Getriebe wechseln W460 G Klasse, Einbau 5 Gang mit Schongang, 5. Gang 0,8:1

Irgend ein Vorbesitzer hat ein Schwerlastgetriebe 5 Gang eingebaut. Eigentlich braucht so etwas nur das Militär oder Offroad Liebhaber. Stark untersetzter 1. Gang und der 5. Gang ist 1:1, wie beim 4. Gang Getriebe. Das Getriebe ließ sich nur sehr schwer schalten. 700 Kilometer Überführung eine Katastrophe. Es sind vermutlich die falschen Schaltgestangen, eine falsche Schaltbox, oder alles falsch eingestellt.

Natürlich habe ich einen Getriebeheber, aber nur eine Montagegrube und keine Hebebühne. Die G Klasse steht zu hoch über dem Boden, selbst mit einer Rohrverlängerung geht der Getriebeheber nicht hoch genung. Es ist dann alles extrem wackelig. Eigentlich geht so etwas nicht mit nur einer Person und auch nicht mit einem Kippwagenheber. Das Getriebe (Stahlgussgehäuse) ist über 50 Kg schwer und es muss ja genau positioniert werden in der Einbaulage.

  

Wenn man mal wieder die Sicherheit weniger beachtet, mit Motorrad Hebetisch und Wagenheber ging es irgendwie doch. Leider ist wenig Platz (Antriebswelle Vordrachse/ Antriebswelle Hinterachse) und beim Ausbau/ Einbau muss das Getriebe verkantet werden, damit die Antiebswelle ganz aus der Schwungscheibe heraus kommt.

    

Natürlich hat mein Austauschgetriebe nur ein 6 Loch Flansch, die G Klasse aber ein 8 Loch Flansch für die Antriebswelle. Die Flanschmutter geht nur mit einer 30 ger Vielzahlnuss und einem angeschraubten Flacheisen zum Gegeghalten los. Das geeignete 5. Gang Schongetriebe (5. Gang 0,8:1) hat die MB Nummer 711.113 und wird in MB Transportern verwendet. Schwer zu bekommen, meist zwischen 800,- und 2000,- Euro. Die Kupplungsglocke vom alten Getriebe muss umgebaut werden an das neue Getriebe, damit der Anlasser auf der richtigen Seite sitzt. Mein Getriebe ist aus Polen für 560,- incl. Versand.

     

Nach zehn Stunden war das Austauschgetriebe eingebaut, schalten lässt es sich erwartungsgemäß fast nicht. Da muss ich erst die Schaltstangen Länge und Form klären und die Schaltbox überprüfen.   

 

Bei der Probefahrt hat das Gestänge sich blockiert. Ich bin nur im 4. Gang zurück gefahren. Im linken Bild sieht man, der Tachowellenanschluß blockiert sich mit dem Schaltgestängen. Bei dem 5. Gang Einbau in der G Klasse wird die Tachowelle nicht am Getriebe angeschlossen.

 

Ich hatte zwar in einem Forum gelesen, der Tachowellenanschluss muss abgebaut werden, aber nicht warum und er störte doch nicht. Ein auf der Drehbank angefertigter Stopfen mit O Ring löst das Problem.

 

Man liest immer, mit einem 5 mm Rundmaterial oder Bohrer das Schaltgestänge in 0 Stellung blockieren und dann die Gestänge einhängen/ einstellen. Unter der G Klasse geht der 5 mm Bolzen im Einbauzustand nicht rein, dafür muss die Schaltung innen abgebaut werden. Rausziehen lässt sich die 5 mm Welle wieder nach lösen und anheben der Schaltbox.

   

Es steht eine 201..... und 128... Materialnummer drauf. Passt aber so nicht auf die 4 Gang Montagestelle auf dem Tunnel in der G Klasse. Links die beiden Bolzen passen orignal vom 4 Gang, für die rechten Bolzen müssen Gewindeeinsätze neu eingebaut werden. Die Grundplatte der Schaltbox muss an der Vorderkante und hinten abgeschliffen werden, damit die Schaltbox in die Vertiefung passt und plan aufliegt. Während der Fahrt kam heiße Luft vom Motor durch den Tunnel aus der Schaltbox. Dafür habe ich eine Dichtung angefertigt aus einem alten Reifenschlauch. Die Öffnung in der Mitte der Dichtung ist so klein wie möglich, aber es müssen ja die Betätigungshebel zu den Gestängen durchgeführt werden.




Im Moment ist es mir nicht möglich einen Schaltknauf zu finden, der das Schaltbild für das Getriebe 711.113 hat. MB 5 Gang Getriebe aus PKW haben andere Schaltbilder. Ich werde vorübergehend einen Schaltknopf von Porsche verwenden. Beim 5 Gang 911 und 914 ist das Schaltbild identisch.

Ich hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben. Nachdem ich allen Murks entfernt und die Gestänge gekürzt/ eingestellt hatte, schaltet sich das Getriebe butterweich. Die Gänge sind nicht mehr hakelig und müssen nicht mehr gesucht werden.

Bei der Probefahrt bin ich im 5. Gang 100 Km/h mit ca. 2600 Umdrehungen gefahren, toll.  Nach mehreren Probefahrten weiß ich nun, ab dem dritten Gang sollte man ab ca. 3000 Umdrehungen hoch schalten, dann kommt man zügig voran, wenn man bei dem "LKW" überhaupt von zügig reden kann. Schaltet man bei um die 2000 bis 2500 kommt er schwer auf Geschwindigkeit, die Leistung fehlt ( GD 300 mit ca. 90 PS) bei über 2 Tonnen Gewicht.