Türscharnier W460 G Klasse ist ausgeschlagen/ reparieren

Das Problem haben alle alten G Klasse, zumindest irgendwann. Die Fahrertüre, weil sie so oft benutzt wird und die Hecktüre, weil der Reservereifen extrem schwer ist. Ein Oldtimer an dem die Türe absackt wenn man sie öffnet und die angehoben werden muss beim Zumachen nervt. Meine Türe hängt am Ende ca. 1,5 cm am Ende runter.

Man kann die Scharniere auswechseln, zumidest bei der an der Türe angeschraubten Ausführung. Bei den an der Türe angeschweißten Scharnieren, die erste Baureihe ca 10 Jahre lang, ist es schon schwieriger. So einfach mal eben an die richtige Stelle anschweißen, geht wohl nicht. Einige bauen angeschweißte Scharniere auf geschraubte Scharniere um, geht auch nicht von selber (innen eine Gewindeplatte und Verstärkung). Gebrauchte Scharniere werden teuer angeboten und sind auch schon mehr oder weniger schlecht. Neue Scharniere kosten ca. 120,- Euro das Stück.

Die Scharniere instandzusetzen ist eine schöne Herausforderung, wie immer mit dem Ziel, besser als neu......

 

Die Scharnierbolzen sind von oben mit einer Längsverzahnung eingepresst. Die Verbindung ist nach 30 Jahren extrem fest. Wenn man mit einem Schweißbrenner den Bolzen erhitzt, kleine heiße Flamme nur in der Bolzenmitte, dehnt sich der Bolzen aus, bewegt sich dadurch im Sitz und nach dem Abkühlen trennt es sich von der Umgebung. Er geht dann zwar nicht mal so eben raus, aber deutlich leichter. Wenn nicht restauriert werden soll, der Einsatz eines Schweißbrenners also nicht möglich ist um den Lack zu erhalten, kommt man an einer Türbolzen Presse kaum vorbei.

 

Wer so eine Scharnierbolzen Presse hat, ist klar im Vorteil, hat aber kaum jemand. Meine Presse habe ich selbst gebaut für ein Käfer Cabrio, vergleichbare Problemstelle.

      

Hier ein neuer und ein verschlissener Bolzen. Bei dem verschlissenen Bolzen ist schön die Verjüngung/ Verschleiß in der Mitte zu sehen. Oben und unten ist der Bolzen bei der normalen Türbenutzung fest, in der Mitte ist die Scharnierwirkung. Nur ein neuer Bolzen würde zwar eine Verbesserung bringen, aber sehr wenig. Das Scharnierauge ist auch ausgeleiert. Der Vorteil ist, es ist das abschraubbare Teil des Scharniers und somit in der Standbohrmaschine/ Schraubstock zu bearbeiten. Zuerst unter neue Immenmaß aufbohren,

  

dann Passhülse einziehen und jetzt, es soll ja besser als neu werden, einen Mini Schmiernippel einbauen. Die neue Lagerhülse ist innen auf 1/100 genau gefertigt und außen geriffelt. Dadurch geht die Hülse zwar schwerer in das Scharnier, aber sie verpresst sich dadurch extrem fest. Meine 20 Jahre ältere Pagode hat so einen Schmiernippel, für die G Klasse war das wohl nicht notwendig, man kann ja wegschmeißen und neu kaufen.

  

Zuerst unter Maß Schmiernippel Loch bohren und den Mini Schmiernippel kalt einpressen. Hier sieht man auch schön der Ring der neu eingezogenen Lagerhülse. In ein noch nicht ausgeschlagenes Scharnier nur einen neuen Bolzen einzubauen und vorher zu schmieren, geht auch nicht. Ohne den Einsatz wackelt der Bolzen im Scharnier. Bolzen gibt es bei MB neu, aber nicht den Einsatz aus eine Art Kupfersieb, was vermutlich als Dauerschmierung gedacht war.

Ohne Änderung am Scharnier sitzt der Mini Schmiernippel bei Türbetätigung nicht im Weg. Weil die Art Kupfersieb fehlt, muss eine Messingscheibe das vertikale Spiel im Scharnier beseitigen.

  

 Das Scharnier ist wieder spielfrei wie am ersten Tag.

 

An der Hecktüre unten funktioniert das auch, wenn man ein Schutzblech benutzt.....

 

sogar noch "schöner". Dann kommt die Presse zum Einsatz.

Unten ist genug Platz, am oberen Scharnier leider nur mit Lackbeschädigung. Soll nicht lackiert werden, muss man den Lack entsprechend schützen.