W 460 G Klasse Hecktüre reparieren 

Die Hecktüre ist auch ein Problem einer G Klasse. Da sie eine fest eingebaute Scheiben hat, hat man sich die Wasserablauföffnungen im Türboden gespart. Irgendwie kommt trotzdem Wasser in die Türe, vermutlich an den Scharnieren, die außen an der Türe nur optisch abgedichtet sind und Kondenswasser. Egal, alle Hecktüren rosten mehr oder weniger. Meine Türe ist nicht mehr Original vom Fahrzeug. Von innen Gold und von außen Silber. Ein neuer Außenbleichstreifen wurde auch schon eingeschweißt, wie ich bei meinen Zerlegearbeiten feststellen musste.

Ich habe meinen Türboden in Polen (Internet) gekauft, er sah gut aus und war preisgünstig.

   

Hier sieht man schön, wie die Türe unten von innen nach außen gefault ist.

 

Mit dem neuen Boden Maß nehmen und anzeichnen. Da die Schweißnaht hinterher verdeckt wird, schweiße ich auf Stoß. Ist aufwendiger, aber besser gegen erneuten Rost als überlappend geschweißt.

       

Beim ersten groben Schnitt muss man vorsichtig sein, um verdeckte Technik nicht mit durchzutrennen.

    

Da kommt die Türfangeinrichtung zum Vorschein. Sie lässt sich in der Standbohrmaschine schön mit dem Schweißpunktbohrer vom alten Blech befreien.

    

Alle Schweißpunkte sind ausgebohrt.

   

Links und rechts sieht man den Grund für die erneute Sarnierung. Es wurden die verrosteten Ecken stehen gelassen. Darunter gammelte es weiter und das Außen- und Innenblech ist erneut durchgefault.

Nach dem Grobschnitt, den Feinschnitt mit der Reißnadel anzeichnen und erneut schneiden.


 Die Funktion der Türfangeinrichtungist im eingebauten Zustand schwer zu erkennen. Jetzt ganz klar. Beim Öffnen wird die Verbindungsstange durch eine Rolle geführt...

und im offen Zustand wird die Rolle durch den Schnapper fixiert. Einfach und wirkungsvoll.

Zehn mal gemessen und überlegt, jetzt wird geschnitten.

Seitlich an der Türhaut müssen die Schweißpunkte wieder ausgefräst werden, mit Meißel und Hammer wird alles krumm.

 

Jetzt wird der vorbereitete Türboden mit der Fangeinrichtung eingeschweißt. Innerhalb der Türe ist schön die Unterkonstrukrtion für den Reserveradträger zu sehen. Sehr stabil und sehr schwer.


Mit der Druckludt Absetzzange macht Spaß. Das Scharnierfenster muss auch wieder rein.

 

Ich möchte was neues ausprobieren, Blechteile kleben. Bei Neufahrzeugen werden Türhäute seit Jahren nur noch geklebt. Anders sind die feuchtigkeitsgefährdeten Falzen nicht dauerhaft rostfrei zu halten. Also probiere ich das bei einer Restauration. Türbleche als Streifen mitten über die Türe anschweißen ist ein Problem. Die gespannte Türhaut verzieht sich bei Wärme und das ist nur mit Blech dengeln und viel Spachtel wieder hin zu bekommen, also kleb ich. Das teuerste und vertrauenserweckende Produkt war von Würth. Dafür benötigt man auch noch eine spezielle Pistole. Die beiden Kartuschen sind unterschiedlich dick und das Mischrohr vorne sorgt für die optimale Mischung der Komponenten. Im Internet habe ich wenig Erfahrungsberichte darüber gefunden. Scheint bei Oldtimern noch unüblich zu sein.

Hier im Mischrohr sieht man schön von rechts nach links die weiße und schwarze Komponente, die im Rohr gemischt wird. Das Mischrohr ist nur einmal benutzbar und kostet ca. 5 Euro.

Über die Türbreite kaum mit Zangen während der Klebung verpressbar. Also Blechschrauben alle ca. 2 cm.

Hier ist es schon verklebt und verschraubt. Es hat ungefähr 3 Stunden zum erhärten benötigt.

Unterhalb der Türe die kritische Kante zur Aufnahme der viereckigen Türdichtung. Wenn man hier schweißt, fängt der Rost am nächsten Tag schon wieder an. Ich glaube kleben ist hier die beste Lösung. Der TÜV lässt gekebte nicht tragende Bleche zu.


Oben an der Tür, unterhalb vom Scheibenwischer, mal eben ein paar Bläschen entfernt. Es sind keine Bläschen sonder Pest von innen.

So etwas kann man nur großflächig ausschneiden. Unglaublich so eine Kontaktrostung oben an der Türe. Da hier keine Staunässe ist, kann es nur ein Produktionsfehler von MB sein. Es reicht leider nicht nur ein Oberblech, darunter das ist auch völlig hin.

Ohne Blechbearbeitungsmaschinen, nur so im Schraubstock, schon schwierig.


Da es oben auf der Hecktüre ist, kann man hier einfach überlappend schweißen. Hinterher nur mit Treppenleiter zu sehen.




Die Aufnahmerinne oben für die Türdichtung wieder ganz nett.


So sieht das eingesetzte Blech aus, nachdem ich es mit Zinnersatz bei gearbeitet wurde.

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