W 460 G Klasse Motor ausbauen/ einbauen 

Die Entscheidung für eine Motorüberholung ist nicht schnell getan, aber wenn sie dann gefallen ist muss er erst einmal raus.

Beim Ausbau habe ich keine Bilder gemacht, daher erst einmal nur Text in der Reihenfolge:

  

Erster Check beim Motorbauer.

   

Leider auch die Laufflächen der Zylinder riefig. Z.B. im ersten Bild bei 3 und im zweiten Bild bei 12 Uhr. Mit dem Fingernagel sind die Einkerbungen sehr gut fühlbar.
Heute beim Motorbauer..... Die Unterdruckprüfung der Ansaug- und Abgasöffnungen ergaben,  7 von 10 schlecht, also undichte Ventile.

   

Komplette Motorinstandsetzung, Zylinder hohnen, Kurbelwelle neu lagern, neue Kolben, Ventilsitze, Ventilschaft Führungen usw.

Ich habe mit dem Motorbauer telefoniert. Alles noch im Erstzustand, keine Übermaße. Nach 35 Jahren wohl geschätzt 350.000 Kilometer. Eingelaufene Kettenschienen, Kette verschlissen, ein gebrochener Kolbenring, usw. Man muss sich die Situation ja schön reden, sonst wohl kaum zu ertragen "gut das es jetzt aufgefallen ist" hätte aber gut darauf verzichten können. Die Kosten laufen völlig aus dem Ruder....

  

Hier schon wieder vieles neu.....Der Motor ist fertig. 1,5 Wochen wie zugesagt. Alle Innereien neu (Kette, Kettenschienen, Kolben usw.) Ich bin gespannt wie er läuft. Die Einspritzpumpe ist montiert und der Einspritzzeitpunkt eingestellt. Wie lässt der sich einstellen ohne Diesel auf der Pumpe, ich vermute gar nicht.

  

Er ist wieder da. Am Tag der Arbeit wird er eingebaut...

 

Druckplatte und Mitnehmerscheibe montieren. Natürlich muss die Mitnehmerscheibe genau mittig (Zentrierdorn) ausgerichtet werden, sonst lässt sich der Motor nicht auf die Antriebswelle ins Getriebe schieben. Das Getriebe mit Wagenheber auf Montagehöhe anheben.


Die Ölleitungen lassen sich vorher leicht montieren. Nach dem Motoreinbau ist kaum die Drehkraft auf die Verschraubungen der Ölleitungen zu erzielen. Es ist nach dem Einbau alles zu eng.


Dann kann er wieder mit dem Kran rein....

  

Der Motor will natürlich nicht freiwillig auf die Antriebswelle. Eine provisorische Verschraubung an den Anlasser Bohrungen ist hilfreich. Dann muss der Motor auf die Antriebswelle "gewackelt" werden. Ein Kantholz zwischen Ölwanne und Rahmen ist da hilfreich. Ich habe ja nie Hilfe, meine "Damen" sind dafür supoptimal. Nie mit Gewalt verschrauben, er muss zuerst so auf Stoß rein ohne mit Schraubbolzen Druck auszuüben.


Ganz wichtig, Motor wieder etwas ablassen und die beiden oberen Getriebe Schrauben anbringen, nach dem Einbau ist die Stelle nur sehr, sehr schwer zugänglich.

 

Dann die Motorhalterungen und "einfach" alles komplettieren. Nichts ist einfach, alles aufwändig und vieles passt nicht auf den ersten Blick.

 

Die Glühkerzen sollte man bei der Gelegenheit raus schrauben, verhindert ein Abreißen nach zu langer Zeit und die Bohrungen sind gut geeignet zum Kompressionstest. Wahnsinn, neuer Motor ohne ÖL und Diesel in den Zylindern, geschätzt 30 ATÜ, bei 20 hört die Skala auf.

Und, springt er an? Läuft er wieder? Ja, unwillig, zuerst eine Batterie Ladung leer "georgelt". Bis alle Luft aus den Dieselleitungen raus ist dauert. An nächsten Tag sprang er dann an. Danach war die Wasserpumpe undicht, neue bestellt, Hauptsache er läuft wieder.

Wie zeitaufwändig ist das? Bei mir hat der Ausbau ca. 5 Stunden und der Einbau ca. 8 Stunden gedauert.

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