W 460 G Klasse demontieren

Jetzt ist er von Trockeneis strahlen zurück, also muss er nicht mehr fahrbereit sein und die Demontage geht weiter. Abgemeldet ist er auch schon. Die Versicherung hat Probleme gemacht. Ohne Wertgutachten mindestens mit der Note 3, kündigen sie mir die Oldtimer Versicherung. Also war eine vorübergehende Stilllegung die Lösung. Rechts ist die Verbindung des linken Kotflügels mit dem Häuschen zu sehen.

   

Viele Schrauben und Bolzen waren bereits abgerissen und mussten  nicht mehr gelöst werden..

  

Die vordere Karosserie Abstützung auf dem Rahmen ist durchgerostet. In dem "Nest" sammelt sich Schlamm und die Feuchtigkeit arbeitet.....

        

Ich habe schon viele Oldtimer Scheiben demontiert und montiert. So empfimdlich war noch keine Scheibe. Die beiden verbundenen Glasscheiben (Verbund Sicherheitsglas) sind extrem dünn und die Scheibe ist ohne Wölbungen total gerade, verträgt nicht den geringsten Druck. Ich war auch ein wenig unvorsichtig, da die Scheibe einen großen Steinschlag Schaden hat, musste sie ohnehin erneuert werden.

     

Die üblichen Roststellen der G Klasse am Scheibenrahmen, dafür brauche ich nach der Instandsetzung eine Lösung.

        

  

Wie die Scheiben rausgehen mit der Zerstörung der Scheibe weiß ich ja jetzt, hier die Lösung wie sie ganz bleiben. Zentimeter für Zentimeter mit einem Kunststoffkeil den inneren Gummi hinter die Blechkante drücken. Von außen muss eine zweite Person die Scheibe sichern, damit sie nicht ruckartig heraus fällt. Hat super funktioniert, so geht es....

 

Die legendären hinteren Fahrzeugecken ( hier hinten links) mit Rücklichter und Türscharnier Aufhängung. Ist immer bei G Klasse Oldtimern durchgerostet, oder gefuscht geflickt, übergespachtelt, selten richtig restauriert. Hier wurde schon mal restauriert. Neue originale Ecken eingeschweißt. Es wurde sogar eine Rückwand im Radlauf eingeschweißt, die MB warum auch immer nicht konstruiert hatte. Natürlich ohne Schutzfarbe oder Holraumschutz. Auch wurde nach der Restauration vermutlich der Heckscheibenwischer und die Heckscheibenheizung nicht mehr benötigt, die Kabel hingen im Hohlraum abgeschnitten. Aller Dreck wurde in die Ecken von den Reifen geschmissen und blieb Dank der Fehlkonstruktion dort liegen. Die Feuchtigkeit besorgte den Rest. Hier hat der Reastaurator auch vergessen, den Türholm mit der Karosserie zu verschweißen. Der völlig marode Türholm war schnell  gebrochen und die Heckttüre hatte keinen Halt mehr am unteren Scharnier. Ca. 20 Kg Hecktüre mit ca. 40 Kg Reservereifen, die Tür hing extrem durch. Der Verkäufer meinte, die muss man beim Schließen etwas anheben, ja nee, is klar. Unmöglich die Hecktüre, ohne die Karosse aufzuschneiden zu demontieren. Total verrostete Bolzen durch ein Loch von innen zu lösen, mit 5 cm Freiraum für einen Schlüssel. Ich habe zur Demontage der Hecktüre die Scharnierbolzen entfernt, war auch nur mit einer Spezialpresse (Eigenkonstuktion) möglich.

 

So sieht es in Hohlräumen aus, wenn nur außen was drüber gebraten wird. Die linke Seite der Hecktür Aufhängung unten mit schon offenem Hecktür Holm. Es modert und fault weiter, die neuen Bleche sind dann auch wieder nach nicht zu langer Zeit wieder von innen nach außen durch. Der Wasser Nachschub kommt durch einen Entwässerungsschlauch, der hinteren seitlichen Entlüftungsgitter. Der Schlauch ging nicht bis unter das Fahrzeug, sondern endete Mittig in den Hohlräumen. Ob das ab Werk so war, kann ich nicht sagen.




Der Heckholm unterhalb der Hecktüre ist aus 2 mm dicken Blech. Schweißpunkte aufbohren und Blech losreißen, eine Quälerei. Ohne einen Blechstreifen vorher vom Holm abzuschneiden kaum möglich.



So sieht der Heckholm von innen aus. Er war wohl irgendwann in Fahrtrichtung durch gerostet. Der ganze "Blätterteig" wurde im Holm gelassen und mit einem Blechsteifen davor geschlossen. Jetzt muss alles großräumig weg geschnitten werden.



Wenn der Trennjäger aus der Hand gerissen wird, springt er über den Boden, dann kann man nur noch weglaufen, irgend wann beruhigt er sich, wickelt Handschuhe und Kabel um die Bürste und blockiert. Bevor man den Stecker zieht ist er durchgebrannt. Schade, er war noch sehr gut. Rechts wird der Türholm zum Schnitt angezeichnet. Das muß auf max. 3 mm genau werden, man hat nur eine Chance, anreißen mit Winkel, damit der Schnitt auf dem Ersatzteil übertragbar und vergleichbar wird und ab das Ding. Darüber nachdedacht, wie ich es am Besten mache, habe ich jetzt lange genug.

 

Das Heck ist frei geräumt, jetzt kann die Rekonstruktion beginnen.



Es zwingt sich die Frage auf, konnte man das nicht an einem Stück raus schneiden. Erstens müste man Spezialist für die G Klasse sein und wissen wo geschnitten werden muss, ohne die Unterkonstruktion mehr als notwendig zu schädigen, Spezialist für die G Klasse bin ich nicht. Und zweitens müsste man vorher wissen was alles marode ist, Hellseher bin ich auch nicht. Also wurde alles in kleine Stücken heraus getrennt.



So viel bleib dann irgendwann, z.B. nach 35 Jahren, vom Heckteil eines Oberklasse MB übrig......



Es geht weiter mit dem Wiederaubau....